Von Hand gezeichnet…

„Wie entsteht so eine individuelle Pastellzeichnung?“ werde ich öfters gefragt. Das hat mich dazu bewogen es einfach mal anhand einem Beispiel aufzuzeigen.

Jemand hätte gerne ein Kunstwerk von seinem Oldtimer. Im Idealfall sendet er mir z.B. per Mail ein paar Bilder mit Angaben zum Auto, Modell, Baujahr,…zu.

Das entsprechende Bild vom Oldtimer wird in der Regel als Grundlage genommen um individuelle Details vom Oldtimer festzustellen. Die Entscheidung wie das Fahrzeug in Szene gesetzt wird, ist immer individuell. Dabei mache ich mir ein paar Gedanken über…was passt am besten zu dieser Marke… stelle mir vor wie das Fahrzeug in Bewegung um die Kurve fliegt… steht dem Auto das „Stille“ also ohne jeglicher Dynamik besser… wie wirkt eine Perspektive für das Modell am besten…mit Fahrer oder ohne… viele Dinge die sich hierzu im Kopf sammeln. Natürlich fließen auch die Vorstellungen vom Auftraggeber zum Bild mit ein.

Wenn ich dann die Position gefunden habe folgt als nächster Schritt, die Auswahl der Papierfarbe. Hier ist die Wagenfarbe ein entscheidendes Kriterium für den Papierton. Grundlegend kommen die Farbtöne rotbraun, grau, dunkelgrün, caramelbraun, erdrot, olivbraun, blau und hellbraun zum Einsatz. Im weiteren aufgezeigten Beispiel ist der Wagen zweifarbig (beige und dunkelblau), hier entschied ich mich für die blaue Papierfarbe.

Das verwendete Papier ist immer ein echtes Büttenpapier, aktuell das Echt Burga-Büttenpapier von Hahnemühle.

Die Zeichnung

Dann beginne ich mit dem vorskizzieren. Dazu verwende ich Zeichenkohle. Hier orientiere ich mich an Bildpunkten die ich mir zuvor im Erstentwurf oder im vorhandenen Bild gesetzt habe. An einem Karosseriepunkt zum Beispiel beginne ich mit der ersten Linie. Die Perspektive ist hier besonders wichtig, damit alle Details ihren richtigen Platz finden und auch so wirken wie am Originalauto. In der Bildfolge ist zu sehen wie sich die Zeichnung immer weiter entwickelt bis das vorskizzieren abgeschlossen ist.

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In der nächsten Phase werden die Grundfarben des Oldtimer plakativ aufgetragen.

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Erst in der Endphase wird mit den abwechselnden Einsatz der Pastellkreiden die persönliche Note verliehen.. Dann folgen z.B. noch die Lichtreflektionen  in weiß, der Schatten oder die dunkle Stellen mit schwarz.

BMW 326 Kabriolet

Zum Schluss wird noch signiert und die Zeichnung mittels Fixativ versiegelt.

Ich zeichne in der Regel alle Kunstwerke im stehen, an einer fast senkrecht stehenden Arbeitsfläche, das liegt an der Zeichnungsgröße (Blattmaß 85 x 54cm), hier braucht man immer wiedermal einen gewissen Abstand und anderen Blickwinkel zum Werk um Fehlentwicklungen zu erkennen.

Fertig ist das Werk!

Noch ein paar Worte zum Motiv:

Der BMW 326 war das erfolgreichste BMW-Modell in der Vorkriegszeit

1935 wurde der Typ 326 von BMW entwickelt. Ein viertüriger Mittelklassewagen mit einen Sechsylindermotor.

Der Motor war mit zwei Vergasern ausgestattet,  hatte zwei Liter Hubraum und leistete 50 PS.  Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 115 km/h. Auf der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung in Berlin wurde er 1936 der Öffentlichkeit erstmalig vorgestellt.

Das Modell entwickelte sich zu einem Verkaufsrenner, bis Produktionsende 1941 wurden 15.936 Stück abgesetzt. Es wurde der erfolgreichste BMW in der Vorkriegszeit.

Bis heute ein schöner und begehrter Oldtimer.