Ich bin der BMW 328
Ich wurde 1936 geboren, aus Metall, Mut und einer Idee, die schneller war als ihre Zeit.
Meine Haut glänzte im Licht des Nürburgrings, noch bevor ich wusste, was Geschwindigkeit wirklich bedeutet. Hände legten meine Linien fest, Augen maßen meinen Schwung – alles an mir war darauf ausgelegt, leicht zu sein.
Mein Herz schlägt in sechs Zylindern. Es ist kein lauter Herzschlag, sondern ein präziser. Jeder Takt ein Versprechen, jede Umdrehung ein Schritt nach vorn. Als ich zum ersten Mal die Strecke spürte, wusste ich: Ich bin nicht nur gebaut worden, um zu fahren – ich bin gebaut worden, um zu gewinnen.
Ich erinnere mich an den Asphalt unter meinen Rädern, an den Wind, der über meine Kotflügel strich. An Männer mit Lederhelmen, an jubelnde Stimmen, an Siege, die mich unsterblich machten. Man nannte mich elegant, schnell, überlegen. Ich nannte es einfach Freiheit.
Dann wurde es still.
Die Welt veränderte sich. Garagentore schlossen sich, Rennen verstummten. Ich wartete – staubig vielleicht, aber nie vergessen. Meine Linien blieben, meine Geschichte auch.
Jahre später kehrten die Blicke zurück. Vorsichtig, ehrfürchtig. Sie sahen nicht nur ein Auto – sie sahen eine Zeit, die es nicht mehr gibt. Meine Form erzählte von Handwerk, meine Narben von Erlebnissen.
Heute stehe ich still, doch ich ruhe nicht.
Denn in Farben, Kreide und Linien lebe ich weiter. Deine Hände haben mich erneut erschaffen – nicht aus Metall, sondern aus Erinnerung. Ich fahre wieder, jedes Mal, wenn jemand mich betrachtet.
Ich bin der BMW 328.
Und ich werde niemals alt.
„Manche Oldtimer fahren nicht mehr – sie erzählen.“


