Im April 1934 wurde ein Fahrzeug der Weltöffentlichkeit vorgestellt, das die Automobilwelt für immer verändern sollte. Der Citroën Traction Avant war seiner Zeit so weit voraus, dass er bis heute als Meilenstein der Ingenieurskunst gilt. Doch neben der Technik ist es vor allem sein Ruf als „Gangsterlimousine“, der ihn unsterblich gemacht hat.
Eine Legende in Zahlen und Filmrollen
Zwischen 1934 und 1957 wurden über 700.000 Stück dieses Klassikers verkauft. Was viele nicht wissen: Auch in Deutschland hinterließ er seine Spuren. Im Citroën-Werk in Köln wurden rund 1.700 Exemplare unter dem Modellnamen „Front“ produziert.
Berühmt wurde der Wagen jedoch auf der Leinwand. In unzähligen Schwarz-Weiß-Filmen lieferten sich Gangster in der schwarzen Limousine atemberaubende Verfolgungsjagden mit der Polizei. Sogar im James-Bond-Klassiker „Liebesgrüße aus Moskau“ vertraute Bonds Gegenspieler auf die Qualitäten des Traction Avant. Dieser cineastische Ruhm brachte ihm schließlich seinen bleibenden Spitznamen ein: die Gangsterlimousine.
Warum war der Traction Avant so revolutionär?
Citroën brach mit dem Traction Avant (was schlicht „Frontantrieb“ bedeutet) radikal mit bestehenden Konventionen:
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Innovativer Antrieb: Als einer der ersten Hersteller setzte Citroën auf einen Frontmotor, der hinter der Vorderachse verbaut wurde.
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Straßenlage: Durch diese Gewichtsverlagerung entstand ein tiefer Schwerpunkt, der für einen damals unerreichten Fahrkomfort und eine verbesserte Straßenlage sorgte.
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Härtetest: Um die Sicherheit der Konstruktion zu beweisen, ließ man die Fahrzeuge vor den Augen der Presse steile Hänge hinabsausen.
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Bauweise: Die Franzosen gehörten zu den Pionieren der selbsttragenden Karosserie.
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Design: Ohne Trittbretter wirkte der Wagen, als würde er über den Asphalt schweben – eine Linienführung, die auch heute noch zeitlos schön wirkt.
Das Geheimnis hinter dem Doppelwinkel
Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher die beiden Winkel im Kühlergrill stammen? Sie sind eine Hommage an die Wurzeln des Unternehmens. Bevor André Citroën 1919 sein erstes Auto baute, verdiente er sein Geld mit der Produktion von Zahnrädern und Getrieben. Die Winkel stellen zwei ineinandergreifende Zahnräder (Pfeilverzahnung) dar – ein Symbol für Präzision, das bis heute jedes Citroën-Modell ziert.
Der Traction Avant in der Kunst
Die fließenden, fast schwebenden Linien dieses Klassikers sind ein dankbares Motiv für jede Zeichnung. In meiner Galerie finden Sie Werke, die genau diese Dynamik einfangen – vom massiven Lanz Bulldog über den kraftvollen Ferrari-V12-Motor bis hin zum pfeilschnellen Mercedes SLR 300. Der Traction Avant reiht sich perfekt in diese Riege technischer Meisterwerke ein.
Was fasziniert Sie mehr am „Gangster-Citroën“: Die technische Pionierarbeit oder sein charismatisches Auftreten in alten Kriminalfilmen?



